Ist eigentlich ganz nett. Wenn die Eintrittspreise nicht so dreist teuer wären... Aber fangen wir mal mit dem positiven an: - Es ist extrem billig, zumindest landestypisches Essen (Reis, Curry und Hühnchen für 1,20 Euro, ein Kilo Bananen 40 cent, Gebratenes Gemüse mit Nudeln 80 cent) und auch meistens lecker und nicht nur scharf ;-) Importierte Dinge dagegen sind eher teuer: Eine Packung Corn Flakes 3 Euro... Aber das muss ich hier ja auch nicht essen. Auch öffentlicher Verkehr (Busfahren quer durch Colombo 20 Cent, 229 km Zugfahren 1,80 Euro) wenn auch sehr langsam: Obiger Zug hat für die Strecke fünfeinhalb Stunden gebraucht. - Die Leute sind fast alle super nett und freundlich, sogar wenn sie kein Geld von einem wollen - das ist ganz anders als in den arabischen Ländern, da waren sie noch nicht mal freundlich wenn sie Geld verdienen wollten. Hier dagegen wird man oft einfach neugierig auf der Straße angesprochen "Where are you from, where are you going next, what's your name?" Und dann denkt man sie wollen einem irgendwas aufschwätzen, und das passiert natürlich auch, aber oft sagen Sie dann zum Schluss nur "Welcome to Sri Lanka! Goodbye!" Auch wenn man Busse oder Wege sucht, zeigen sie einem gerne und mit Lächeln alles, und machen sogar im Bus einen Sitzplatz für uns frei, was irgendwie schon wieder fast unangenehm ist... - Es ist wirklich exotisch. Das ist irgendwie positiv und negativ gleichzeitig. Es ist ein bisschen so wie ich mir Indien vorgestellt hab, allerdings nicht ganz so krass: Nicht grade super hygienisch (In den Straßen liegt viel Müll, Straßenhändler verkaufen ihr Obst direkt auf dem Boden liegend, heute ist mir beim Mittagessen ein Gecko über den Tisch gelaufen :-D), haarsträubender Verkehr mit viel Gehupe. Dass ich nicht so wirklich begeistert bin mag daran liegen dass ich vielleicht noch nicht die wirklichen Highlights gesehen hab: Wir waren 2 Tage in Colombo, mit okayem, etwas schmutzigen Strand, einem Laternenfest, das zufälligerweise grade war, und einem Straßenmarkt, der nun wirklich nicht mehr exotischer sein könnte und für meinen Geschmack auch nicht müsste. Viel mehr zu sehen gibt's in Colombo glaub ich auch nicht. In Anuradhapura, der Stadt danach, waren wir in einem Nationalpark, der war ziemlich cool, auch wenn es leider teilweise geregnet hat und die Tiere keine Lust hatten rauszukommen. Und die Erklärungen des "Park-Guides" haben sich darauf beschränkt alle 20 Minuten in eine Richtung zu zeigen und den Namen eines Tieres zu sagen. "Look, Owl". Naja. Dort haben wir uns auch zerfallende und noch benutzte buddhistische Tempel in der antiken Königsstadt angeschaut. Damit sind wir an einem Punkt der mich an Sri Lanka stört: Die völlig übertriebenen von der Regierung festgelegten Eintrittspreise. Der Nationalpark kostet 17 Euro pro Person, dieses blöde Ruinenfeld 20! Ich wäre ja normalerweise niemand der Korruption unterstützen würde, aber bei diesen frechen Preisen hatte ich dann kein schlechtes Gewissen mehr, dass wir das Angebot von einem Typen aus der Hotellobby angenommen haben, dessen Cousin jemanden kannte, dessen Bruder... auf jeden Fall haben wir uns von dem Typen in seinem Bus 4 Stunden durch das ziemlich weitläufige Ruinenfeld fahren lassen, er hat uns was erklären können, und wir haben im Endeffekt weniger bezahlt als wenn wir zu Fuß gelaufen und den regulären Eintritt bezahlt hätten. Aus dem gleichen Grund werden wir auch eine andere Stadt überspringen: 20 Euro für noch ein Ruinenfeld zahl ich bestimmt nicht, sondern lieg dann lieber einen Tag kostenlos am Strand. Selbst Schuld, liebe Tourismusbehörde! Was auch ein bisschen schade ist: Ich hätte gedacht dass die Leute hier deutlich besser englisch könnten. Sri Lanka war ja lange britische Kolonie, und angeblich ist Englisch hier Geschäftssprache zwischen den beiden Volksgruppen, den Singhalesen und Tamilen, die beide ihre eigene Sprache haben. Auch Schilder und Beschriftungen sind immer (auch) auf englisch. Trotzdem hab ich hier glaub ich noch niemanden getroffen, der besser englisch könnte als ich, und sooo super ist mein Englisch nicht. Meistens läuft die Kommunikation dann doch über einzelne Wörter und Handzeichen. P. S. Diesmal gibts keine Bilder, weil das Internet da wo ich grade bin extrem langsam ist. Werden nachgereicht, wenn ich wieder in der Zivilisation bin ;-)
Freitag, 31. Mai 2013
Dienstag, 28. Mai 2013
"To boldly go where no tourist has gone before"
zum Beispiel ins Industriegebiet von Dubai! Mein Reiseführer hatte geschrieben dass die Werften von Dubai, in denen die Dhows, die traditionellen Holzboote, noch von Hand gebaut werden, sehenswert wären. Ok, die Werften waren auf der Karte neben der Metrohaltestelle Creek eingezeichnet, laut Metroplan ist Creek die Endstation der grünen Linie, also fahr ich da doch mal hin!
Nur leider: "Next stop: Healthcare City. Terminal. All passengers must disembark the train!"... Ok, vielleicht fahren nicht alle Ubahnen bis Creek, sondern nur jede zweite oder so? Aber beim nächsten Zug das gleiche Spielchen. Und zwar, wie ich dann rausgefunden habe, weil Haltestelle Creek noch im Bau, aber schon auf den Plan eingezeichnet ist. Na gut, dann nehm ich eben ein Taxi von Healthcare City: "To the Metrostation Creek, please" - "Don't know Creek. No Metro Creek" - "Well, it's not operating yet, they're still building it, but you can see it from here, behind the highway." *Zeige in die Richtung, in der man die Goldglänzende Metrostation und die Schienen dahin sehen kann, und zeige auf der Karte*:"I want to get there. Where the ships are built". Fahrer guckt verwirrt, fährt aber mal los. Wir fahren auf die Autobahn, Metrostation erscheint rechts, wir fahren mangels Straße dran vorbei, später erscheint sie links, verschwindet wieder... Irgendwann gibt er dann zu dass es keine Ahnung hat wie er hinkommen soll. Da wir aber grade wieder in Sichtweite der Haltestelle sind, sag ich ihm er soll mich halt hier rauslassen, zwischen Baustellen, Autobahn und leeren Sandflächen. Da haben sowohl ich, der Taxifahrer als auch die Bauarbeiter ziemlich doof geguckt, was dieser dämliche Tourist hier wohl will. Naja, misstrauische Blicke und Mittagssonne ignorierend bin ich dann eben über ein paar Straßen gehüpft, bis ich an meiner Haltestelle ankam. Und nun? Weit und breit keine Boote zu sehen an denen gebaut wird, es sah halt aus wie es in einem Industriegebiet aussieht: Zäune, Wände, Einfahrten. Vielleicht sind manche davon Werften, aber soll ich da durch den Mitarbeitereingang reingehen?? Also lauf ich noch ein bisschen doof durchs Industriegebiet, bis ich dann nochmal in den Reiseführer schaue: Aha, die haben das im Kontext einer Bootsfahrt erwähnt. Ich sollte mir das wohl vom Boot aus angucken!
Na gut, dann lauf ich eben zurück zur nächsten Straße mit Taxis. "To the next Metro Station please" - "Ok Sir". 5 Minuten später: "Here Sir, Metro Station" - "This is the Metro Station Creek" - "Yes sir" - "It's not operating yet" - "Not...?" - "It's closed" - "Closed? Are you sure" - "I'm sure. I've been here before"
So, das war mein Abenteuer mit dem ich 10 Euro für Taxifahrer und einen Nachmittag verloren hab. Damit sich das ganze jetzt aber gelohnt hat, lad ich ein Bild vom Industriegebiet von Dubai hoch, und das gefällt euch gefälligst ;-)
Sonntag, 26. Mai 2013
Doha, Katar
In den 12 Stunden, die ich in Doha auf meinen Anschlussflug nach Colombo gewartet, und währenddessen die Stadt erkundet hab, kann man natürlich nicht genug sehen um sich ein richtiges Bild von der Stadt zu machen. Ich probiers trotzdem mal: Da beides arabische, muslimische Städte in der selben Region sind, liegt der Vergleich mit Dubai nahe. Doha ist irgendwie der kleinere, authentischer gebliebene Bruder. Auch hier gibt es ein Marktviertel im alten Stil, mit Tiermarkt, engen Gässchen und Windtürmen, das sich wohl auch nur wegen Denkmalschutzgesetzen so erhalten hat. Aber wo das ganze in Dubai gestellt und nur für Touristen gemacht wirkt (und ist), kaufen hier tatsächlich größtenteils die Einheimischen ein, und man wird nicht dauernd mit "Hello my Friend", "Sir, please look" anbelabert. Auch weil ich tatsächlich kaum Touristen gesehen hab. Das könnte vielleicht auch daran liegen, dass grade nicht Hauptsaison ist (die ist im Winter, es ist schon ziemlich heiß hier...).
Das könnte auch erklären, warum das Cultural Heritage Village, laut Reiseführer mit Vorführungen alter Berufe und Musik, wegen dem ich eine ganze Weile an der Hauptstraße entlang durch die Sonne gelaufen bin, geschlossen war... Jaja, ich hätte ein Taxi nehmen können, aber nach den Erfahrungen mit den unfähigen, unfreundlichen und einen bescheissen wollenden Taxifahrern in Dubai bin ich lieber gelaufen. Und solange man genug... Limonade? zu seinen... Reisbällchen?? trinmt, geht es ja auch.
Es wäre aber trotzdem nett gewesen wenn Katar, in pro Kopf Einkommen das reichste Land der Welt, wenigstens alle 2 Kilometer oder so eine Ampel oder eine Fußgängerbrücke über die Hauptstraße gebaut hätte, damit man auf der Wasserseite laufen kann. Die ist übrigens recht hübsch, mit türkisem Wasser und Palmen erscheint sie richtig karibisch.
Von dem Reichtum merkt man übrigens in manchen Gegenden nur bedingt was. Die Straßen sind gut in Schuss, die Fahrradwege mit Solar-LEDs markiert und alles ziemlich sauber, aber bei den meisten Gastarbeitern kommt von dem Geld glaub ich nicht so viel an. Da wäre wohl mal wieder der Median angemessener als der Durchschnitt.
Ein Hochhausviertel gibt es auch, auch wenn ich das nur von der anderen Seite der Bucht gesehen hab, aber das ist nicht sonderlich beeindruckend.
Also zusammenfassend: Der Markt ist sehenswert und gibt echtes Orientfeeling, sonst gibt nicht viel außer Sonne.
Donnerstag, 23. Mai 2013
Dubai... Boah!
Ich hatte bei der Planung überlegt, ob ich Dubai nicht vielleicht überspringen sollte: Heiß, seelenlos, teuer, lohnt sich bestimmt nicht. Aber ich bin froh doch hier einen Stop eingelegt zu haben.
Ok, heiß ist es wirklich, draußen bin ich eigentlich konstant am schwitzen, aber Ubahn, öffentliche Gebäude und mein Appartement sind gut klimatisiert. Und ich muss sagen dass mir 38 Grad und Sonne in Dubai immer noch lieber sind als 3 Grad und Nieselregen in Deutschland.
Teuer... kommt drauf an. Unterkunft ist teurer als woanders, einfach deswegen weil es hier keine Hostels gibt. Ist eben nicht das typische Backpackerziel. Und Hotels fangen ab 70 Euro pro Nacht an, was aber eigentlich auch normal ist. Ich hab aber über airbnb.com ein privat vermietetes Apartment für 39 Euro/Nacht gefunden. Essen und öffentlicher Verkehr dagegen sind günstig: Gestern war ich in einem recht guten indischen Restaurant, also keine schmutzige Hinterhofküche wie einmal in Istanbul, essen, es war lecker und genug und ich hab inkl Getränke 6,60 Euro bezahlt. Eine Überquerung des Flusses der Dubai teilt mit einem typischen "Abra"-Boot kostet 20 Cent, und Ubahn quer durch Dubai 1,30 Euro. In der Ubahn nur aufpassen dass man nicht ins Frauenabteil einsteigt, sonst wird man angemeckert ;-)
Die Museen sind auch günstig, und in dem einen, einem restaurierten traditionellen Haus, kann man sogar im Innenhof sitzen und bekommt kostenlos Bohnensuppe und Tee :-)
Damit sind wir auch schon beim Punkt seelenlos: Ich hätte gedacht Dubai besteht nur aus Hochhäusern, und in großen Bereichen stimmt das auch, aber in der Altstadt, da wo ich und die Gastarbeiter aus Indien und Pakistan wohnen, sieht es ganz anders aus. Wer mich kennt, weiß dass ich bei mitteleuropäischen Stadtbesichtigungen oft meckern "Die sehen doch alle gleich aus", und das galt - für mich - auch für New York und teilweise Tokio, aber Dubai ist eindeutig nicht mehr wie Frankfurt: Eher niedrige Häuser, kleine Geschäfte, sortiert in Straßen wie in Istanbul. Und Dubai gibt sich wirklich Mühe, in Erinnerung zu behalten wie es früher hier aussah: Mit den Museen und erhaltenen oder restaurierten Stadtvierteln im alten arabischen Stil, inklusive verkleideter Händler und traditioneller Handwerker. Hat zwar auch was von Disney World, aber besser als alles abzureissen und durch generische Hochhäuser zu ersetzen.
Naja, und dann gibt es noch so Dinger wie das nachgebaute Oasendorf (in der Nähe des legendären "7-Sterne Hotels" Burj Al Arab) inklusive "Markt" mit Luxusartikeln und Touristenscheiß, dutzenden Restaurants und Luxushotel. Albern, aber irgendwie auch faszinierend und schön.
Teurer ist dagegen das Zeug, das speziell auf Touris mit zuviel Geld ausgelegt ist: Ich war gestern in der Mall of Dubai, der größten Mall der Welt. Inklusive begehbarem Aquarium, Indoorschlittschuhbahn und nachgemachtem Goldmarkt mit echtem Gold. Und da wirds dann (etwas) teurer: Im Tunnel durch das Aquarium gehen kostet 16 Euro, Schlittschuhlaufen 12, und ein Kaffee in einem Restaurant in der Mall schon mal 5 Euro (ok, dass zahlt man in Deutschland bei Starbucks auch, aber in anderen Gegenden von Dubai kostet der 40 cent).
Vor der Mall of Dubai steht das aber das Highlight, das Wahrzeichen, der Höhepunkt... (Trommelwirbel)... der Burj Khalifa, das höchste Gebäude der Welt! Das Ding ist der Wahnsinn! Als ich ihn das erste mal gesehen hab, hab ich Gänsehaut bekommen. Man legt den Kopf in den Nacken und schaut immer höher und er hört einfach nicht auf. In dem Bild das ich gemacht hab, sieht man ganz gut die Proportionen von den Hochhäusern die daneben stehen zu seinem Sockel, und die sind auch nicht klein, Frankfurt-Grösse würde ich mal sagen.
Achso, und zwischen Mall of Dubai und Burj Khalifa befindet sich übrigens noch der größte bewegliche Springbrunnen der Welt, der 150 m hohe Fontänen sprühen kann, und mit Hintergrundmusik eine ziemlich gute Show macht. Aber das nur so nebenbei ;-)
Das einzige was in Dubai zumindest teilweise echt zu sein scheint, weil das auch die Gastarbeiter (die 85 Prozent der Bevölkerung ausmachen) mittragen, ist die Religiösität. Heute war Freitag, und während des Hauptgebets war ich draußen unterwegs. Es war faszinierend zu sehen wie ganze Straßen blockiert waren, weil alle mit Gebetsteppichen aus Häusern und Geschäften kamen, sich in Reih und Glied auf die Straße gekniet und gebetet haben. Andererseits sind die Moscheen hier viel weniger präsent als ins Istanbul, Muahezzins hört man nur selten singen, und Frauen mit Kopftüchern gibt es auch nicht viele, aber das ist ja auch eher ne kulturelle als religiöse Sache.
Insgesamt hab ich mit Dubai gemischte Gefühle. Einerseits fühlen sich selbst die "authentischen" Sachen künstlich an, andererseits kommt man aus dem Stauen nicht mehr raus. Es ist auch ein seltsames Gefühl in einer Stadt, die nur aus Touristen und Gastarbeitern zu bestehen scheint. Ich stand heute in der Ubahn, als einziger Blonder zwischen lauter Indern, Chinesen, Philippinern und Afrikanern und hab mich mit ihnen verbunden gefühlt, weil ich mir gedacht hab: Die sind hier genau so wenig zuhause wie ich.
Dienstag, 21. Mai 2013
"Sir, I promise I will make you happy"
Die Restaurantschreier sind echt lustig. Den Spruch da oben, den einer gesagt hat, hätte ich eigentlich erst erwartet in Thailand zu hören. Gut war auch "What can I do to get your money?", zumindest glauben wir das verstanden zu haben.
Und auf Platz 3: Verkäufer 1:"Sir, you look hungry" - Verkäufer 2:"They're not hungry, they're angry" Was eigentlich gar nicht stimmte, so nervig waren die Verkäufer gar nicht. Auf mehreren Ebenen seltsam fand ich "Do you need a scarf for your next girlfriend?"
Wir haben vorgestern einen vorgeschlagenen Stadtspaziergang aus unserem Reise-In-die-Irre-Führer, wie wir in mittlerweile liebevoll nennen - von 5 Restaurants/Geschäften gab es eines tatsächlich, und das war mies - gemacht. Der sollte uns das alte christlich-jüdische Istanbul zeigen. Tatsächlich kamen wir an zwei Kirchen vorbei, interessanter fand ich aber eher das Armenviertel durch das der Weg ging. Unten seht ihr ein Beispiel wie die Häuser da aussahen. Und die waren zum Teil so bewohnt. Ich hätte noch mehr Fotos gemacht, aber ich war mir nicht sicher ob ich dann noch mit Kamera wieder aus dem Viertel rausgekommen wäre.
Zum Kontrast waren wir dann gestern auf der asiatischen Seite, wo die Bonzen wohnen und einkaufen, und in ihrem Park inklusive Außenaquarium entspannen können .
Bemerkenswert finde ich, dass ich noch kein einziges großes Kaufhaus gesehen hab. Ich vermute so was gibt es weiter außerhalb, aber im Zentrum der Stadt gibt es eigentlich nur Spezialgeschäfte in den auf eine Warengruppe ausgerichteten Straßen. Also ein Kopftuchladen in der Klamottenstraße, ein Plastikschüsselladen in der Haushaltswarenstraße, ein Seilgeschäft in der Baumarktstraße etc.
Die Hagia Sophia, die ja eine der touristischen Hauptattraktionen von Istanbul ist, fand ich ehrlich gesagt gar nicht so toll. Ganz nett, aber 11 Euro Eintritt mMn nicht wirklich wert. Für das Geld lieber Sucuk und Baklava kaufen oder ein paar mal Fähre fahren. Und natürlich kostenlos Moscheen besuchen. Ich weiss nicht ob es an der Architektur, an der für mich exotischen Atmosphäre oder an der Tatsache liegt das man durch das Schuhe ausziehen das Gefühl hat einen besonderen Bereich zu betreten, aber ich hatte in den meisten Moscheen ein ehrfürchtiges Gefühl, das ich in christlichen Kirchen eher selten habe.
So, als nächstes geht's nach Dubai, meine Eintrittskarte für das höchste Gebäude der Welt für 26 Euro hab ich schon mal online gekauft (spontan da kaufen kostet 80 Euro!)
Sonntag, 19. Mai 2013
Nach 3 Tagen in Istanbul
Ich glaube nicht das Marco Polo in China angekommen wäre wenn er einen Marco Polo Reiseführer benutzt hätte... Zumindest des Restaurantempfehlungen von meinem kann man nicht trauen: Das erste gelobte Restaurant hat mein Heimweh gelindert, weil es geschmeckt hat wie in der Mensa, das zweite - "berühmt für seine Fleischbällchen" - verkauft nur Süßigkeiten, und die Kneipe in die wir gestern abend gehen wollen gab es einfach nicht :-D
Aber genug gemeckert, dafür kann Istanbul ja nichts. Die Stadt ist nämlich wirklich super! Ich bin mir nicht sicher ob ich Istanbul besser als Rom finde, aber es ist auf jeden Fall nah dran. Die Moscheen können von Schönheit und Atmosphäre auf jeden Fall mit den römischen Kirchen mithalten, und haben noch mal den Exoten Bonus. Es ist hier natürlich etwas hektisch und dreckig, aber ich finde das eigentlich sehr sympathisch. Die Leute sind freundlich und die Straßenhändler sprechen einen zwar an, akzeptieren aber dann auch ein Nein, was in anderen Ländern wohl anders kommen wird... Alles (naja, bis auf Eintrittspreise) ist ein gutes Stück günstiger als in Mitteleuropa, was für einen alten Geizhals wie mich natürlich ein großer Vorteil ist. Und auch wenn es ein abgelutschtes Klischee ist: Es ist eine Stadt der Gegensätze zwischen Ost und West, zwischen traditionell und modern. Man kann auf dem arabischen Gewürzmarkt feilschend zwischen lauter komplett verhüllten Frauen einkaufen, und die Läden schließen kurz zum Gebet während der Muahezzin singt, und 2 Straßenbahnhaltestellen weiter ist man einer Einkaufszone im Studentenviertel mit McDonalds und H&M, trendigen Musikläden und Sexshops, die genau so auch in Frankfurt sein könnte. Wobei man dann in Frankfurt sogar mehr Kopftücher sehen würde. Unnötig zu erwähnen dass ich die traditionellen kleinen Gässchen viel cooler fand.
Wobei das beste an dieser Stadt natürlich ist dass man beides machen kann: Die besinnliche Stimmung nachts im Innenhof einer Moschee genießen, und kurz danach auf der Dachterrasse einer Bar mit Liveband und internationalem Publikum feiern.
Ich bin allerdings schwer enttäuscht: Ich wollte ja eigentlich meinen Magen für Asien trainieren. Nachdem aber weder das Schnitzel am Donnerstag, noch ungewaschenes Obst irgendeinen Effekt hatten, hab ich dann gestern mal frittierte Muscheln mit Knoblauchsosse an der Straße gegessen, und was soll ich sagen: Immer noch keine Magenprobleme ;-)
Donnerstag, 16. Mai 2013
"Beim Barte des Propheten"
... hab ich heute gestanden. Ernsthaft, im Topkapi Palast von Istanbul ist der Schnurrbart von Mohammed ausgestellt. Und der Kochtopf von Abraham, und der Wanderstock von Moses.... Naja, wers glaubt...
Der Tag hat auf jeden Fall schon mal gut angefangen, mit Frühstück auf der Dachterrasse des Hostels. Eines anderen Hostels als wir bis gestern Mittag dachten: Wir haben im letzten Moment rausgefunden dass das eigentliche Hostel vor kurzem pleite gegangen ist. Ansonsten hätten wir nachts um 3 vor verschlossenen Türen gestanden :-D Aber Gottseidank war in diesem hier noch kurzfristig was frei, so dass wir heute morgen um 3 ins Bett fallen konnten.
Auch sonst war der erste Tag meiner Reise ziemlich gut : Erstmal ist das Wetter ziemlich gut, 25 Grad warens heute bestimmt. Istanbul gefällt mir ziemlich gut, wer mich kennt weiß das ich kleine verschlungene Gassen mag, und davon gibts hier einige, mit lustigen kleinen Lädchen.
Und am Bosporus in der Sonne sitzen, den Schiffen zugucken und ein Mittagessen für umgerechnet 2,20€ aus einem Laden mit zweifelhafter Hygiene, aber Kochtalent zu essen, während im Hintergrund der Muahezzin singt, hat auch was für sich :-)
Das beste heute war aber die blaue Moschee: Ein riesiger Bau, beeindruckend von außen und innen. Abends gabs Fisch-Barbeque und nette internationale Unterhaltungen auf der Dachterrasse des Hostels.
Und das obligatorische Foto mit der roten Mütze lad ich morgen hoch, wenn ich dir Bilder von der Kamera aufs Handy übertragen hab, versprochen ;-)
Mittwoch, 15. Mai 2013
Kurz vorm Start...
So, am letzten Tag in Deutschland hab ich doch tatsächlich noch mal Zeit was zu schreiben. Und die Android blogspot app zu testen...
Ich bin angenehm überrascht, wie viel Platz ich tatsächlich noch im Rucksack hab: 14 kg, und noch ordentlich Luft... Hab ich was vergessen?
Auf jeden Fall wollte ich mich noch mal bei allen aus dem Institut, insbesondere bei Sebastian, für mein Abschiedsgeschenk bedanken. Ich werde überall Fotos von mir mit der Mütze machen, und fang schon mal in Heidesheim an ;)