Samstag, 29. Juni 2013

Kuala Lumpur

Kuala Lumpur! Klingt ziemlich exotisch, ist einigermaßen westlich, ein bisschen schmutzig, aber vor allen Dingen nicht so groß wie man denken würde. Während ich in Bangkok das Gefühl hatte, dass ich locker eine Woche da verbringen könnte um alles gesehen zu haben, haben in KL eigentlich schon anderthalb Tage genügt:
- Chinatown, wie in allen asiatischen Städten. Neu war allerdings, dass die Händler hier absolut kein Interesse am feilschen hatten, und das wo ich mich grade dran gewöhnt hatte. Vermutlich weil die sich kartellartig alle auf die gleichen Preise geeinugt haben.
- Petronas Towers: nur von unten. Nach dem Burj Khalifa hab ich eingesehen dass die höchsten Hochhäuser von unten schöner sind als wenn man sein ist und nicht unbedingt die schönste Aussicht bieten.
- der KL Tower, der wiederum zwar von außen nicht hübsch ist, aber bessere Aussicht bietet, weil er auf nem Hügel steht
- Mal wieder ne Rooftopbar in die wir von unserem Tourguide geschleppt wurden (zugegebenermaßen mit toller Aussicht auf eben jene Petronas Towers, und nicht so teuer wie ich befürchtet hatte)
- Die Batu Höhlen: Natürliche Hohlen etwas außerhalb, in denen sich ein Hindutempel befindet. Fand ich sehr sehenswert. Und da hab ich nach langer Zeit mal wieder meine Freunde, die Assi-Affen getroffen: Sie haben einer aus unserer Gruppe die Wasserflasche aus der Hand geklaut und einen kleinen Jungen gebissen. Da lob ich mir doch süße Ratten im Restaurant-Bezirk.

Apropos Essen: Ich hatte schwarze Burger (sieht eklig aus, schmeckt aber ganz normal), und zum ersten Mal in meinem Leben Frosch (mal beachte: nicht nur -schenkel, sondern auch andere Teile), bei dem ich vermutet hatte dass es ekliger aussieht. Schmeckt wie Huhn mit nem komischen Beigeschmack. Muss nicht noch mal sein.

Ach ja, dann hab ich noch auf dem Nationalplatz dem Staatsgründer High Five gegeben, und nachts eine Moschee fotografiert während hinter uns Drogen gedealt und Bandenprügeleien ausgefochten wurden. War ein bisschen mulmig.

Cameron Highlands

In den Cameron Highlands hatte ich zum ersten mal seit langem wieder ein seltsames Gefühl, an das ich mich aus früheren Zeiten noch dunkel erinnern konnte: Mir war kalt!
Auf 1600 Metern gelegen, brauchte man abends fast schon einen Pulli, und es war vollkommen ungewohnt dass ich abends nicht den Schweiß aus meinem T-Shirt wringen musste.

Naja, zumindest am ersten Tag. Am zweiten haben wir eine Wanderung durch den Regenwald gemacht, um die größte Blume der Welt zu finden, und da waren wir wie gewohnt nach 10 Minuten wieder triefend nass. Rafflesia heißt sie, und was sie in Größe (1m Durchmesser) investiert hat, spart sie an Schönheit (siehe Bild) und Geruch (sie riecht nach Aas, um Fliegen anzulocken). Kurios, und deswegen definitiv zwei Stunden Wanderung durch den Regenwald wert. Der war ansonsten ziemlich enttäuschend: Während man in Sri Lanka an jeder Ecke von Affen ausgeraubt oder Waranen angezischt wurde, hab ich hier nicht mal Vögel gesehen.
Und das vom Guide angepriesene "Bamboo-Beer" war dann auch nur Wasser, das sich zwischen den Lamellen des Bambus sammelt. Schwach, ganz schwach!
Aber wir konnten mit einem Ureinwohner-Blasrohr schießen, das war ganz lustig. Vielleicht sind deswegen keine Tiere mehr im Wald übrig?

Abends haben wir "Steamboat" gegessen, im Prinzip Fondue mit einer Platte Rätselfleisch und -fisch zum selber kochen. Wir konnten einiges identifizieren, aber bei einer Sorte war "Qualle" unsere stärkste Vermutung. Schmeckt so wie man sichs vorstellt.

Donnerstag, 27. Juni 2013

Georgetown, Penang, Malaysia

Nach Koh Samui haben wir in einem bedeutungslosen Ort in Thailand, dessen Namen ich gar nicht erst erfragt hatte, übernachtet. Im Grunde nur, weil die Fahrt nach Malaysia an einem Tag sonst zu lang gewesen wäre. Aber mein saurer Fisch zum Abendessen war lecker.

Georgetown auf der Insel Penang in Malaysia war dagegen schon deutlich interessanter: Verschiedene Kolonialherscher sind an der Architektur zu erkennen, alle Religionen sind vertreten und es gibt mehrere Museen, fürdie ich leider keine Zeit hatte. Stattdessen haben wir eine Stadtrundfahrt gemacht: Malaysia hat für mein europäisches Auge irgendwie keine eigene greifbare Kultur. Die Sehenswürdigkeiten sind entweder Kolonialbauten oder chinesische Tempel (gerne auch mal mit Souvenirshop direkt im Tempel) oder Viertel - wir haben ein chinesisches Steg-Wohngebiet, das auf alten Eimern gebaut wurde, besichtigt. Die Chinesen stellen glaub ich fast die Hälfte der Bevölkerung dar, und die Wirtschaft ist fest in ihren Händen. Das Essen ist meist entweder thailändisch oder chinesisch (oder McDonalds, was irgendwie auch so was wie eine Kolonisierung ist) und die Souvenirshops verkaufen Zeug, bei dem jeder an China denken würde. Und wer nicht chinesisch ist, trägt Kopftuch.
Penang ist laut Reiseführer auch die Essens-Hauptstadt Malaysias, weswegen ich natürlich auch gerne länger geblieben und mehr probiert hätte, aber wir hatten mal wieder nur einen Tag (und da hab ich koreanisch und indisch gegessen...). Achja, und das Bier ist in Malaysia extrem teuer: 4,50 pro Flasche, wofür man zwei mal einfach essen kann.

Und was in Malaysia nicht alles verboten ist...

Dienstag, 25. Juni 2013

Koh Phangan, Koh Samui

Von Bangkok aus sind wir mit dem Nachtzug (eine neue Erfahrung für mich, ich hab aber tatsächlich ziemlich gut geschlafen) und danach einer Fähre nach Koh Phangan gefahren. Da haben wir für zwei Tage in einem beschaulichen kleinen Resort an unserem eigenen Strand gewohnt. Viel zu erzählen gibts von da eigentlich nicht, ich hab am Strand gesessen, gegessen, gelesen, abends haben wir ein Feuer am Meer gemacht.
Ich war schnorcheln und hab immer noch Schnittwunden an den Füßen wegen der Kombination von scharfen Korallen und Wellen - Streng genommen hab ich die meiste Zeit nicht mal geschnorchelt, weil es mir zu doof wurde dass ich dauernd Wasser in meinen Schnorchel bekommen habe, also hab ich irgendwann einfach die Luft angehalten und bin getaucht. Cool wars auf jeden Fall trotzdem, und ich denke ich werde auf Bali einen Tauchkurs machen. Ich hab auch kurz die Unterwasserfotofunktion meines Handys ausprobiert, aber berauschend waren die Ergebnisse nicht.

Auf der anderen Seite der Insel wird jeden Vollmond, und auch schon ein paar Tage davor, eine riesige Elektro-Party veranstaltet, zu der die meisten von unserer Gruppe gefahren sind. Ihr wisst dass ich nicht der größte Fan von Clubs bin, und dementsprechend bin ich (und noch eine andere aus unserer Gruppe) zuhause geblieben. Die Storys, die ich im Nachhinein gehört hab, würden zwar locker einen eigenen Blogpost füllen, aber aus persönlichkeitsrechtlichen Gründen sag ich mal einfach nur dass viele Leute viel Spaß hatten ;-)

Nach zwei Tagen Abgeschiedenheit sind wir dann mit der Fähre nach Chaweng auf Koh Samui gefahren, einen seelenlosen reinen Touristenort am Strand. Aber das Hotel hatte einen Pool auf dem Dach, und wir haben uns abends eine Ladyboyshow angeguckt, die mich wirklich großartig unterhalten hat: (ehemalige) Männer in spektakulären Kleidern mit Federboas, oder auch im YMCA- oder klischeeschwulen Lederoutfit, die Lieder von Madonna, Whitney Houston oder Rihanna gesungen oder im Hintergrund getanzt haben. Manche von Ihnen sahen wirklich wie gutaussehende Frauen aus, aber am komischsten fand ich eigentlich diejenigen, die offensichtlich geschminkte Männer waren. (Leider hatte ich meine Kamera nicht dabei, und mit dem Handy im dunklen Raum gute Fotos machen ist nicht so einfach)

Sonntag, 23. Juni 2013

Bangkok

So, da bin ich nun, in Bangkok. Ich hatte leider nicht genug Zeit um diese riesen Stadt gründlich zu besichtigen, sondern konnte mir nur ein paar Highlights angucken:
- Den Grand Palace (Königspalast): Viel Gold, schöne Statuen, tolle Architektur, Wandgemälde. Beeindruckend!
- Wat Pho: Tempel mit einem riesigen liegenden Buddha, neben dem man sich ulkigerweise auch gleich noch massieren lassen kann. Hier sollen die Massagen auch richtig professionell sein, es gibt in Bangkok zwar tausende Massageläden, aber erstens weiß man nicht ob die da wirklich wissen was sie tun, und zweitens ob sie nicht eher auf... ähem "Massage" spezialisiert sind...
-Jim Thomsons Haus: ein Amerikaner, der in Thailand Seide herstellen und sich ein traditionelles Haus gefüllt mit Kunstwerken bauen ließ
(Kurz nachdem sein Haus fertig war, ist er dann auf einer Wanderung in den Cameron Highlands in Malaysia spurlos verschwunden. Ich schreibe dieses Blogpost im Bus auf dem Weg in die Cameron Highlands. Falls also keine Posts mehr kommen...)
Ein hübscher ruhiger Ort im Kontrast zum restlichen Bangkok darum (Auch wenn der Verkehr hier deutlich gesitteter ist als in Sri Lanka)
- Chinatown. Joah, viele Chinesen, was zu erwarten war. Gut für Streetfood.

Ich hab mich jetzt auch meiner Reisegruppe angeschlossen. Alles sehr nette Leute, grötenteils Briten und fast alle jünger als ich, aber ich bin ja geistig jung geblieben und sehe eh aus wie 23 ;-) Außerdem ist es ganz gut wenn ich schon mal mein Englisch trainiere, bevor ich in Neuseeland ankomme.
Mit denen war ich am ersten Abend in einem empfehlenswerten kleinen Restaurant "Siam Cafe"  gegenüber dem Hauptbahnhof. Empfehlenswert teilweise wegen dem Essen, das gut und günstig war, vor allem aber wegen dem Besitzer, ein komplett durchgedrehter aufgekratzter klischeeschwuler Thai, den man gesehen haben muss. Wobei ich nicht weiß ob er sich zu allen Gästen so verhält, oder nur weil er unseren Tourguide - ebenfalls klischeeschwul, aber nicht ganz so irre - schon kannte.

Und falls ihr in eine Rooftopbar gehen wollt, aber die total überfüllte und lächerlich überteuerte aus Hangover meiden wollt, empfehle ich "Above Eleven" im Frasier Building bei Haltestelle Nana, die hat auch schöne Aussicht. Nicht empfehlen kann ich dagegen ihren Cocktail aus Bier, Zitronensaft, Salz und Pfeffer: Schmeckt so eklig wie es klingt.

Meine erste Meinung über Bangkok und Thailand: Es tut mir ja leid für Sri Lanka, aber ich find das Essen hier leckerer, die Tempel sind schöner und die gesamte Stadt ist deutlich westlicher.... Nennt mich einen ignoranten Europäer, aber ich hab gemerkt dass ich zum Genießen einer Stadt scheinbar einfach ein gewisses Maß an "Zivilisation" und Ordnung brauche, mit Metroplan, Mülleimern auf den Straßen und zurückhaltenden Verkäufern. Außerdem gefällt es mir, dass man an der leichten Infantilität vieler Designs die Nähe zu Japan erkennt.

Samstag, 15. Juni 2013

Ein letztes Mal Sri Lanka

Von Tangalle aus sind wir, den Rucksack in der Hand tragend weil schon das T-Shirt am Rücken weh getan hat, an der Südküste entlang nach Westen bis Galle gefahren. Früher mal eine holländische Festung, ist die Innenstadt auch heute noch unter ausländischer Besetzung. Nur das diesmal die Ausländer von den Einheimischen ausgebeutet werden und nicht umgekehrt. Auf jeden Fall fühlt man sich direkt wieder wie in Europa: Bars und Restaurants mit ansprechendem Design und ohne freilaufende Geckos, Klamottengeschäfte die man betreten kann ohne dass einem der Verkäufer schon von weitem anschreit und Kleidung ins Gesicht drückt, saubere Strassen mit Mülltonnen, Fußgängerzonen. Sogar Streetart gabs. Nennt mich einen nicht-weltoffenen Ignoranten, aber ich fands mal wieder ganz erholsam.
Auch von der Architektur her fühlt man sich eher wie in einer europäischen Seestadt, inklusive hübschem Leuchtturm.
Der Haken an der Sache ist natürlich dass auch die Preise europäisch sind. Und die Straßenverkäufer, die es dann doch gab, waren irgendwie penetranter und aggresiver.

Nach einer Nacht in Galle haben wir uns weiter an der Küste entlang Richtung Colombo bewegt, wobei wir mittags einen Zwischenstop in einer Stadt, deren Namen ich grade vergessen habe (kann Alina vielleicht in die Kommentare schreiben?) gemacht haben um eine Bootsfahrt durch Mangrovenwälder zu machen. Während wir da mit dem Boot über einen sanft fließenden Fluss zwischen tropischen Pflanzen und Affen gefahren sind, hab ich mich gefühlt wie in "Apocalypse now". Statt dem Vietcong haben uns aber nur ein alter Mann, der auf seiner Insel Zimt produziert und verkauft, und ein Eremitenmönch, der auf einer anderen Insel seinen kleinen Tempel pflegt, empfangen. Mit dem Mönch hatten wir eine interessante Unterhaltung über Buddhismus. Wir haben uns bestätigt gefühlt, dass er den Zahntempel von Kandy mit seinem Prunk und Gold auch albern und eher schädlich findet. Die Hauptsehenswürdigkeiten seiner Insel dagegen waren ein uraltes Klo und hunderte Jahre alte, immer noch gut erhaltene Aufzeichnungen auf Palmblättern.

Danach gings weiter nach Negombo, der Stadt nördlich von Colombo mit dem Flughafen und Touristeninfrastruktur, von wo aus Alina schon heimgeflogen ist. Ich dagegen erhol mich noch 3 Tage lang von den letzten 4 Wochen reisen und für die nächsten 4 Wochen reisen, pflege meinen Sonnenbrand, gebe mein Restgeld für "landestypische" Speisen aus (gestern: Penne alla Frutti di Mare, Cappuccino, Schokokuchen. Ganz ehrlich, ich hatte genug Reis mit Curry) und hab wie ihr merkt genug Zeit zum Blog schreiben.

So, das wars aus Sri Lanka, wir sehen uns in Bangkok!

Freitag, 14. Juni 2013

Noch mehr Tiere

Nachdem wir Badulla und seine Assi-Affen hinter uns gelassen hatten, sind wir als nächstes in eine Stadt namens
Tissahamaramalamadingdong oder so ähnlich gefahren. Selbst die Einheimischen nennen sie dankenswerterweise nur Tissa. Die Stadt an sich hat einen netten See zu bieten, der eigentliche Grund warum wir da waren, war aber der Yala Nationalpark dort in der Nähe, der für seine Leoparden bekannt ist. Leider sind Tiere morgens am aktivsten, weswegen man Parksafaris immer so früh wie möglich starten sollte. In unserem Fall hieß das Aufstehen um 4:30... Gähn. Insbesondere, weil so nah am Äquator wie hier die Sonne auch im Sommer erst um kurz vor 6 aufgeht (und schon kurz nach 6 abend wieder untergeht). Und dann hats sich noch geregnet. Wenn das nur gehießen hätte dass ich nass werde, wärs ja nicht so schlimm gewesen, aber bei Regen haben leider auch die Tiere keine Lust sich zu zeigen, und deswegen haben wir in den ersten zwei Stunden kaum Tiere zu Gesicht bekommen, so dass unser Fahrer uns vor lauter Verzweiflung schon für interessante Felsformationen begeistern wollte: "Look, there!" - "What? Elephant? Leopard??" - "Rock!" - "Oh..."
Später wurde es dann aber doch noch besser, wir haben eine Elefantenmutter mit ihrem Baby nur ein paar Meter von unserem Jeep entfernt gesehen, Krokodile, die ich mir schon im Wilpattu Park gewünscht hatte, hübsche Vögel, und am Ende sogar Teile eines Leoparden (Nein, der Leopard war noch komplett, keine Angst, es war nur ein Baum im Weg.)

Nachmittags sind wir nach Tangalle an der Südküste gefahren, wo wir uns am nächsten Tag zur Erholung nach dem ganzen Rumgereise mal einen Strandtag unter Palmen im wunderschönen "Lonely Beach Resort" gegönnt haben. Es liegt direkt an einer Flussmündung, so dass man sich aussuchen kann ob man im salzigen warmen Meerwasser mit Wellen oder im kühleren ruhigeren Flusswasser schwimmen möchte. Man muss allerdings damit rechnen, von freilaufenen Waranen besucht zu werden. Auch sehr empfehlenswert: Das Curry im dazugehörigen Restaurant. Tagsüber hab ich Depp mir einen gewaltigen Sonnenbrand geholt (wer hätte das erwartet, bei meinem doch eher afrikanischen Hauttyp?), wegen dem ich jetzt, eine Woche später, immer noch nicht auf dem Rücken schlafen kann, und nachts sind wir am Strand spazieren gegangen um Schildkröten bei der Eiablage zu beobachten. Wir haben auch welche gesehen, ich hab allerdings keine Fotos mit Blitz machen wollen, um sie nicht zu erschrecken. Stattdessen gibts Fotos von Krebsen, von denen gabs mehr als genug.