Donnerstag, 13. Juni 2013

Über Verkehr in Sri Lanka

Nein, ich meine öffentlichen Nahverkehr! Was ihr schon wieder denkt, das ist ja schlimm!
Ich schreib hier mal auf was ich so über Verkehrsmittel in Sri Lanka gelernt hab, vielleicht ist es für den einen oder anderen nützlich.

Um in Sri Lanka größere Stecken zurückzulegen, haben wir Busse und Züge benutzt.

Die Züge sind wirklich in den meisten Fällen recht gut, und von Komfort, Sitzabstand etc mit deutschen vergleichbar. Dafür aber extrem billig (200 km für 4 Euro, 40 km für 45 cent in der zweiten Klasse) und extrem langsam (Durchschnittsgeschwindigkeit 25 - 40 km/h). Tickets für die Züge kauft man am Bahnhof an Verkaufsschaltern. Aber aufpassen: Man bekommt nicht an jedem Schalter alle Tickets, da hilft nur durchfragen: "Excuse me, where can I buy the tickets to Negombo?" - "Counter 10". An Schalter 10: "One second class ticket to Negombo, please" - "Second Class? Counter 4. Here only third class". Fragt mich nicht was das soll, aber wegen solchem Zeug muss man etwas mehr Zeit einplanen. Die Tickets müssen dann bis zum Ende der Fahrt aufgehoben werden, weil sie beim Verlassen des Zielbahnhofs wieder kontrolliert werden (naja, zumindest eingesammelt, drauf guckt eigentlich keiner). Zweite Klasse sollte man sich aber schon gönnen, der Preisunterschied ist für uns marginal, aber die Chance einen Sitzplatz zu bekommen deutlich größer. Durchsagen oder Anzeigen der nächsten Haltestelle gibts allerdings nicht: Leute fragen!

Bei Bussen kann man keine Tickets im Vorraus kaufen, man steigt einfach in den Bus ein, setzt sich (bestenfalls) hin, und im Laufe der Fahrt kommt der Ticketverkäufer, der immer mitfährt, immer mal wieder durch und fragt die neu eingestiegenen wo sie hin wollen. Leider sind die Busse deutlich voller und enger als die Züge, dafür aber ähnlich billig. Schwierig ist vor allen Dingen aber auch zu erkennen wann man wo in welchen Bus einsteigen muss. Bushaltestellen erkennt man bestenfalls an einem blauen Schild, ansonsten daran dass an der Straße Leute stehen und warten. Fahrpläne (Zeiten, oder wenigstens Strecken) gibts allerdings nie, selbst am zentralen Busbahnhof von Colombo. Die Busse haben höchstens Start- und Zielpunkt vorne angeschrieben (meist sogar in lateinischen Buchstaben), aber wenn man zu irgendeiner Haltestelle dazwischen will, hilft mal wieder nur fragen, und zum Aussteigen hoffen auf den Fahrkartenverkäufer, dass der einem Bescheid sagt wenn man am Zielort ist. Die Geschwindigkeit ist übrigens ähnlich wie beim Zug.

Vermutlich sind solche Umstände, die es Ausländern doch etwas mühsamer machen zurechtzukommen, der Grund dafür das wir in über 2 Wochen nie auch nur einen anderen Touristen in Bus oder Zug (bis auf Podi Menike) gesehen haben. Ich weiss nicht wie die anderen Touristen (von denen es aber im Moment sowieso nicht viele gab) durchs Land kommen, entweder vielleicht mit nem organisierten Reisebus, oder mit einem Privatfahrer?

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