Sonntag, 11. August 2013

Neuseeland!

Ich bin angekommen! Und hab Zugang zu nem PC, an dem ich Blogposts verfassen kann.
Es fehlt zwar ein kompletter Monat Indonesien seit dem letzten Eintrag, aber das werde ich nach und nach nachholen. Jetzt erstmal zum aktuellen Stand:
Am 29.7. bin ich von Bali aus nach einem Zwischenstop in Sidney in Auckland angekommen. Und hab zum ersten Mal seit langer Zeit wieder einen Pulli und meine Jacke gebraucht. Am ersten Tag fand ich das sogar eine angenehme Abwechslung und den Geruch von Winter genossen, aber nach 3 Tagen Kälte (ich schätze mal 5 bis 10 Grad?) hats mir dann auch wieder gereicht. Auch wenn es schön war mal wieder in einer "westlichen" Stadt mit intakten Bürgersteigen und Verkehrsregeln und Museen zu sein. Außerdem hat sich meine Freude etwas relativiert, als ich die Preise gesehen hab: Eine Dose Cola im Supermarkt 2 Euro, Milch 1,50 pro Liter, ein Döner 7 Euro... das ist besonders grausam, wenn man vorher fast 3 Monate in Asien verbracht hat, wo alles so billig ist, dass man sich gar keine Gedanken um Geld machen muß. Naja, das ist eben der Preis der Zivilisation. Und zumindest Benzin und Rindfleisch ist hier günstiger, und was braucht ein echter Mann schon mehr? ;-)
Insgesamt war es zwar ganz nett in Auckland, aber nach Einkaufen, bürokratischem Zeug, 2 Museen und der Besteigung eines erloschenen Vulkans mit Ausblick auf die Stadt gab es eigentlich schon nicht mehr so viel zu tun. Und ich bin ja nicht nach Neuseeland gekommen um mir Großstädte anzugucken. 


Deswegen bin ich nach 4 Tagen in den Norden geflüchtet, in den sogenannten "winterless north", genauer gesagt nach Whangaroa. Ein winziges Kaff mit etwa 100 Einwohnern am Arsch der Welt (der nächste Ort mit über 5000 Einwohnern ist 80 km entfernt), aber wunderschön gelegen an einer Bucht mit spektakulärer Aussicht von den Bergen dahinter und tollen Wandergebieten. Hier arbeite ich jetzt seit einer Woche in einem Hostel/Lodge als Zimmermädchen und Gärtner für kostenlose Unterkunft und freie Benutzung des hoteleigenen Whirlpools und Kayaks. Und demnächst werde ich mich im Angeln versuchen, und eine von den Wachteln, die hier im Garten rumlaufen, werd ich auch noch irgendwie fangen und grillen ;-)
Ich hab noch ein schottisches Pärchen als Kollegen, und lustigerweise ist sogar die Managerin des Hostels eine Backpackerin aus Frankreich. Ich hab das Gefühl die Neuseeländer lassen die Touristen ihre ganze Arbeit machen und wandern währenddessen in ihrem Land rum :-D
Ich hab auch schon mehrere Wanderausflüge ins Hinterland gemacht, und es ist wirklich wunderschön! Ich erwische mich immer wieder dabei wie ich ein kleines Mädchen vor Entzücken quitsche: "Oh mein Gott! Ist das alles schön und grün hier!" Man hat hier eine tolle Abwechslung zwischen exotischen Wäldern aus Farnpalmen, Felsen zum Erklettern, grünen sanften Hügeln mit Kühen und gleich dahinter Stränden oder schroffen Klippen.
Und natürlich das Wetter: Ich möchte nochmal betonen, hier ist es grade mitten im Winter. Trotzdem war ich grade 3 Stunden im T-Shirt wandern! Also von der Natur bin ich schon mal begeistert, und das obwohl alle Leute sagen dass die Südinsel die schönere der beiden ist.
Und von den Menschen übrigens auch: Ähnlich wie in Sri Lanka sind hier fast alle freundlich, grüßen und lächeln, und machen immer mal wieder kurzen Smalltalk mit vollkommenen Fremden wie mir und geben z.B. Tipps, was man besichtigen sollte. Anders als in Sri Lanka wollen sie einem dann sogar nicht im zweiten Satz was verkaufen. 


 





Und nun, meine Damen und Herren, das Highlight (Trommelwirbel): Ich hab ein Auto gekauft! Ich hatte schon vorher mit dem Gedanken gespielt, weil das Land ja schon recht dünn besiedelt ist und das Netz der öffentlichen Verkehrsmittel (die auch nicht günstig sind) deswegen nicht sehr dicht. Und schließlich will ich nicht in den großen Städten bleiben, sondern abgelegene Naturwunder besichtigen. Trotzdem war ich noch am rum überlegen, ob ich wirklich ein Auto brauche, als eine deutsche Backpackerin hier im Hostel vorbeikam, die mir in 2 Wochen heim fliegt und mir ihr Auto zu einem Spottpreis von 850 Euro verkauft hat (zumindest sofern ich nicht demnächst entdecke, dass sie mir einen wichtigen Mangel verschwiegen hat...). Jetzt bin ich komplett unabhängig, und es ist sogar groß genug um im Kofferraum+umgeklappte Rückbank zu schlafen!


3 Kommentare:

  1. Coole Landschaft! Da kann der Schwarzwald nicht so ganz mithalten - zumal es hier gerade 19°C sind.

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  2. Was hat der Mainzer Hauptbahnhof und Neuseeland gemeinsam ?
    Man kommt mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht weiter.:p

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  3. Die Neuseeländer reisen nicht im Land rum sondern wandern aus.
    Der Unterhalt dort ist relativ teuer und es gibt nur wenig Arbeit. Was mich jedoch nicht wundert, wenn die ganzen Touristen dort arbeiten ;)
    Grüße Pi

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