Jupp, gut aufgepasst, das ist nicht mehr in Neuseeland. Als ich Wellington ankam, musste ich den halbjährlichen TÜV für mein Auto machen lassen: Durchgefallen! Reparatur kostet 750 Euro, und damit fast soviel wie ich für das Auto bezahlt hab. Ich habs dann also einfach für 250 Euro verkauft. Naja, einfach war es nicht. Erstmal organisatorisch, und dann war ich wirklich traurig, mein treues Auto zurück zu lassen. Es war für mich so was wie ein fahrendes Zuhause gewesen.
Dann ist Wellington zwar ne wirklich hübsche Stadt, mit vielen Museen, einem empfehlenswerten Zoo/Park und sogar einer Fussgängerzone (Das hatte ich vorher in Neuseeland noch nicht gesehen und irgendwie vermisst) Aber das Wetter, das Wetter... Sturmböen mit 140 kmh, 13 Grad, Regen... und auf der Südinsel wirds ja nochmal regnerischer und kälter.
Also hab ich mir gedacht: Flieg ich doch einfach mal rüber nach Australien, geniesse die Wärme, und komm dann in 2,3 Monaten im Hochsommer zurück auf die Südinsel. Dann spar ich auch die Kosten für die Fähre. Außerdem kann ich dann versuchen ein bisschen Geld zu verdienen, denn die Löhne hier drüben sind schon viel höher: Als Spüler im Restaurant oder als Möbelpacker kann man 14 Euro in der Stunde verdienen, während es in NZ höchstens mal 9 gibt. Und die Lebensmittelpreise sind gar nicht viel schlimmer.
Die Wohnkosten allerdings schon. Die Hostels kosten locker mal das doppelte, und ich als alter Geizkragen hab mich für 5 Tage in einem eingebucht, dass ein guter Kompromiss aus Bewertung und Preis zu sein schien. Leider war es mit das schlimmste, in dem ich auf der kompletten Reise war (Sri Lanka und SO-Asien eingeschlossen). Eine Assi-Australierfamilie hat sich vermutlich gedacht: "Warum sollen in unserem Keller nur Spinnen und Possums leben, wenn wir doch Touristen aus Europa da unterbringen können?" Also mal schnell ein paar Betten vom Sperrmüll geholt (ernsthaft, ich war dabei, als sie neue Matratzen vom Sperrmüll eingesammlt haben), in den Keller gestellt, und fertig ist das Hostel! Aufenthaltsraum ist das schmutzige Wohnzimmer, wo die Backpacker in Eintracht mit den fetten Kindern in Unterhose XBOX spielen können (nen riesen Fernseher hatten sie übrigens), und das mit dem Küche putzen muss man nicht so ernst nehmen. Lässt man das Geschirr einfach schmutzig in der Spüle stehen, bis nix mehr da ist, dann wird schon einer spülen der was braucht!
Naja, dafür kann die Stadt ja nichts. Brisbane ist toll: Warm! Mit Hochhäusern auf der einen und Parks auf der anderen Seite des Flusses. Kostenlose Fähren als Teil des ÖPNV. Museen für moderne Kunst und öffentliche Pools (nachts beleuchtet, mit Blick auf die Skyline. Und alles kann man auch nachts noch im Tshirt bewundern).
Ich hab dann also ein paar Tage damit verbracht, mir ein Zimmer zu suchen. Leider ist das echt extrem teuer. Man hat im Preisrahmen von 350-400 Euro (soviel wie das Hostel auch pro Monat gekostet hätte) die Auswahl zwischen:
-5er WG mit 4 Chinesen in einem Haus von 1960, 40 Minuten Busfahrt von der Innenstadt
-Zimmer in einer 16-er "WG" (d.h. gemeinsame Küche und Badezimmer) mit Rentnern und Arbeitslosen in einem komplett verfallenen Holzhaus
-4 qm Zimmer als Untermieter einer indischen Familie
-Schöne, saubere Wohnung in einem modernen Haus in der Innenstadt, mit Fitnessraum und Spa im Keller... und das Zimmer teilt man sich zu dritt.
Ich hab mich dann für die letzte Option entschieden, hab meine Familie im Brennpunkt heute morgen verlassen und bin hier eingezogen und schon die saubere Küche und Dusche genossen :)
Jetzt steht als nächstes die Jobsuche an!
Ich glaube ich muss mir auch mal eine neue Kamera für 1k kaufen. Gerade die Naturaufnahmen aus dem letzten Post sind verdammt gut.
AntwortenLöschenDas mit der Assi-Unterkunft geht übrigens auch in Hannover zur Cebit. Die Matratze war zwar nicht vom Sperrmüll sondern nur normalerweise vom Hund bewohnt und der Gastvater mit Dauerfahne hat den ganzen Tag PS3 gespielt...